Berliner Unterwelten e.V. rettet DDR-Grenzturm

Grenzbeobachtungsturm auf dem Übungsgelände Havelberg. Foto Dirk Mundry.
Grenzbeobachtungsturm auf dem Übungsgelände Havelberg. Foto Dirk Mundry.

Da klingt Stolz mit, wenn die Berliner Unterwelten (Hauptsitz am Bahnhof Gesundbrunnen) schreiben: „Dank der Aufmerksamkeit unseres Vereinsmitgliedes Dirk Mundry kann ein Original-Beobachtungsturm BT6, ein Turm wie er in den 1970er Jahren auch an der Bernauer Straße als Teil der Berliner Mauer stand, nach Berlin gebracht und dem Dokumentationszentrum Berliner Mauer zur Verfügung gestellt werden.“ Dirk Mundry selbst sagt auf Anfrage des Weddingweisers: „Ich habe beruflich und privat immer noch mit der Bundeswehr zu tun und kenne den Turm nun schon seit 27 Jahren.“ Der Turm wird zunächst in einem Lapidarium gesichert. Derzeit ist er nur für die Fachwelt zugänglich. Ab 2017 soll der Turm als Teil des Mauermuseums auf dem Mauerstreifen aufgerichtet werden.

Dirk Mundry berichtet: „Bis in die 1970-er Jahre wurde der Truppenübungsplatz von den Grenztruppen zur Ausbildung genutzt, deren Standort im Nachbarort Glöwen und Perleberg war. In den 1970-iger Jahren entstand der NVA-Pioniertruppen-Standort in Havelberg. Dieser exestiert bis heute und ist einer der wichtigsten in Deutschland. So übernahm auch die Bundeswehr von der NVA den Wasser-Truppenübungsplatz in Havelberg. Ich hatte damals meinen Wehrdienst in Havelberg abgeleistet und lebe seit dem in Havelberg. Daher erfuhr ich vom geplanten Abriss und setzte alle Hebel in Bewegung. Ich setzte mich mit dem Bundeswehr-Management, mit dem Standort-Verantwortlichen und dem Bundesamt für Inmobilienaufgaben, dem offiziellen Eigentümer, auseinander. Nach knapp 2 Monaten hatte ich dann die Genehmigung – das Vorhaben war geglückt.“

Blick von Innen in den Aufstieg BT6. Foto Dirk Mundry.
Blick von Innen in den Aufstieg des BT6. Foto Dirk Mundry.

Am Freitag, 24. Juni 2016, wurde der in sieben Teile zerlegte Turm auf vier Schwertransportern – wegen Übergröße teils unter Polizeibegleitung – in Berlin angeliefert. Der Turm wird bis zu seiner späteren Nutzung im sogenannten Lapidarium des Dokumentationszentrums Berliner Mauer zwischengelagert. Das Lapidarium der Gedenkstätte ist gewöhnlich nur für Fachpublikum zugänglich. Dort sind eine Vielzahl baulicher Objekte der unterschiedlichen Grenzelemente gelagert – von Fahrzeugsperren bis hin zum „Stalinrasen“, von Betonfertigteilen der „Grenzmauer 75“ bis hin zu Hohlblocksteinen, mit denen während der Grenzschließung Häuserfassaden an der Bernauer Straße zugemauert wurden.

Hier wird der Turm zerlegt. Wird er 2017 an der Bernauer Straße wieder errichtet? Foto Dirk Mundry.
Hier wird der Turm zerlegt. Wird er 2017 an der Bernauer Straße wieder errichtet? Foto Dirk Mundry.

Zahlen und Fakten:

Höhe des Wachturms: ca. 11 Meter
Höhe der Kanzel (mit Geländer und Scheinwerfer): ca. 3,9 Meter
Durchmesser der Kanzel: ca. 4,6 Meter
Gewicht der Kanzel: ca. 9,5 Tonnen
Gewicht pro Turmring: 800 bis 1000 kg
Durchmesser der Turmringe: ca. 1,4 Meter

LINKS
Pressemitteilung auf www.berliner-unterwelten.de.
Text: Pressemitteilung Berliner Unterwelten e.V. und Zitate von Dirk Mundry. / Fotos: Dirk Mundry.

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