Handarbeit bei handgewebt

Spinnen mit dem Spinnrad. Foto: handgewebt.
Spinnen mit dem Spinnrad. Foto: Dagmar Rehse.

Im Textilatelier PA 58 in der Prinzenallee 58 wird Garn gesponnen. Von Montag, 30. Mai, bis Sonntag, 5. Juni, wird aus der frischen Schurwolle in einem aufwändigen Prozess Garn hergestellt. Und dieser Vorgang ist vor allem Handarbeit. Zusehen und mitmachen kann jede. Nur Frauen können dabei sein, wenn in dieser Woche die Rohwolle von sechs Rauwolligen Pommerschen Landschafen verarbeitet wird.

„Die Wolle ist noch ganz lanolinhaltig und auch nicht ganz sauber“, sagt Dagmar Rehse. Sie meint die Rohwolle, die Dorothea Eickhoff und sie beziehen. Für sie war unvorstellbar, dass Schafwolle in Deutschland beinahe Abfall ist. Die beiden Frauen hatten die Idee, nach die bei der Schur anfallende Rohwolle nach alten Techniken aufzubereiten. Aufzubereiten heißt eben: Zu Garn verarbeiten.

Die Rohwolle wird gewaschen. Foto: handgewebt in berlin.
Die Rohwolle wird gewaschen. Foto: Dagmar Rehse.

Wie aus Wolle Garn entsteht

Nur eben: Rohwolle ist „nicht ganz sauber“. Deshalb wird in der Woche von Montag bis Sonntag als erstes grober Dreck und Stroh aussortiert. Dann wird die Wolle in großen Kübeln gewaschen mit Waschmittel und mehrmals gespült. Wer es nicht wusste: Lanonlin ist Wollfett. Und das stört bei der Weiterverarbeitung. Im nächsten Schritt geht es ab in die Schleuder. Danach wird die Wolle zum Trocknen ausgebereitet. Anschließend wird sie sorgfältig gezupft und zum Kardieren vorbereitet. Beim Kardieren werden die Wollfasern parallel gelegt und zum Spinnen oder Filzen vorbereitet.

Nach dieser langen Vorbereitung kann mit dem Spinnen an der Handspindel oder dem Spinnrad begonnen werden. Nachdem der erste Faden entstanden ist, kann das langsam wachsende Garn verzwirnt werden. Verzwirnen heißt, dass zwei oder mehr Fäden werden miteinander verponnen werden. So entsteht ein Garnknäuel.

Mit dem Garn kann gestrickt, gehäkelt oder gewebt werden. Es entstehen Pullover, Taschen, Handtücher und noch viel mehr. Fast alle Textilien, mit denen wir uns täglich umgeben, gehen auf einen einzigen Faden zurück.

Einladung zu "Wolle zu Garn". Grafik: handgewebt in Berlin.
Einladung zu „Wolle zu Garn“. Grafik: handgewebt in Berlin.

Frauen willkommen

Frauen können vom 30. Mai bis 5. Juni bei diesen kompletten Produktionsprozess selbst mitarbeiten und die Entstehung von Textilien selbst kennen lernen.

Hinter der Projektwoche „Von der Schafswolle … zum Garn“ steht das Textilatelier in der Prinzenallee 58. Das wiederum besteht aus handgewebt in berlin, das Label von Dagmar Rehse. Und aus maria stieger, das Label von Maria Stieger. Sowie aus Trois Poissons, dem Label von Dorothea Eickhoff.

LINKS

Zur Webseite des Projekts handgewebt in berlin.

Und zu den Webseiten der beiden anderen Label maria stieger und Trois Poissons.

Text: Dagmar Rehse, Dorothea Eickhoff, Andrei Schnell, Fotos und Garfik: Dagmar Rehse.

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