Eine Teddymacherin plaudert aus dem Nähkästchen

Teddys von BellaBimBär - Foto: Andrei Schnell
Teddys von BellaBimBär – Foto: Andrei Schnell

Barbara Nachtigall näht Teddybären. Sie sieht sich als Künstlerin mit Gewerbeschein. Auf der Seite www.bellabimbaer.de verkauft sie ihre handgefertigten Teddys. Der Stil, den sie verfolgt, sind Teddys, die aussehen, als seien sie soeben auf dem Dachboden gefunden worden. Dafür legt sie die Stoffe schon mal in schwarzen Tee oder fügt ihnen mit der Schere einen Triangel hinzu.

Seit 18 Jahren mittlerweile ist die seit drei Jahrzehnten in der Brienzer Straße lebende Teddyexpertin vom Bärenfieber erfasst. „Als ich meinen ersten fertig hatte, musste ich einfach wissen, wie der nächste aussieht“, sagt sie und lacht. Während ihrer ersten Messe 2005 hat sie gleich zehn Bären auf einen Schlag verkauft.

Teddys von BellaBimBär - Foto: Andrei Schnell
Teddys von BellaBimBär – Foto: Andrei Schnell

„Ich bewege mich mit meinen Preisen im Mittelfeld, wichtig ist mir, dass ein Bär nicht weit über 100 Euro kommt“, erklärt die Bärenmacherin, wie sie ihren Beruf selbst nennt, und rechnet die Materialkosten vor. Fürs Fell verwendet sie teures Mohair, das von Angoraziegen stammt. Zehn Zentimeter von der Rolle kosten ab acht Euro. Gestopft wird mit Baumwoll-Watte oder Stahlgranulat – hier kosten 100g ab zwei Euro. Und „mindestens ein Jäckchen müssen meine Bären alle haben.“ Die Bärenkleidung lässt Barbara Nachtigal in Berlin nähen. Ihr eigener Stundenlohn ist in dieser Rechnung ein geringer Posten.

Der Markt für Plüschtiere ist in Deutschland über 100 Millionen Euro schwer. Die Steiff GmbH mit der Marke Steiff Knopf im Ohr, hält in diesem Markt den größten Anteil. Barbara Nachtigalls Geschäft hat an diesem Markt nur einen minimalen Anteil.

Barbara Nachtigall wohnt in der Brienzer Straße, ganz knapp im nördlichsten Zipfel des Weddings. Sie macht mit ihrem Hobby Gewinne und beschäftigt mit ihren gesammelten Quittungen auch einen Steuerberater, nur reich wird sie nicht. Dafür hat sie ihre Berufung zum Beruf gemacht.

Barbara Nachtigall - Foto: Andrei Schnell
Barbara Nachtigall – Foto: Andrei Schnell

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