Lesermeinung: „Mein Leo spielt nicht gern im Müll“

Quelle: "Leo spielt nicht gern im Müll"
Quelle: „Leo spielt nicht gern im Müll“

Der Wedding ist dreckig. Dieser Ruf eilt ihm voraus. Trotzdem sind wir hier hergezogen.

Gerade weil der Wedding auch ein bunter Mix verschiedener Kulturen ist. Wir fühlen uns hier wohl. Für Kinder gibt es zahlreiche Parks und Spielplätze. Wenn bloß der Müll nicht überall rumliegen würde! Es ist jammerschade zu sehen, dass Straßen, Grünflächen im Schillerpark oder die Rehberge mit Plastiktüten, Nahrungsmittelresten, Bierflaschen und Hundekot verschmutzt sind. Besonders ärgerlich und zum Teil auch gefährlich ist jedoch der Müll auf den Spielplätzen. Die nahe des Leopoldplatz gelegenen Spielplätze sind Treffpunkt junger Familien und ein idealer Ort für unsere Kleinen. Unsere Dreijährige rutscht und schaukelt dort ewig. Sie klettert mit anderen Kindern um die Wette und streitet sich so manches Mal um das Trampolin. Unser Einjähriger gräbt sich begeistert durch den Sandkasten und versucht den Großen, insbesondere seiner Schwester, nachzueifern. Als Elternteil ist man allerdings permanent damit beschäftigt, Glasscherben aus dem Sand zu entfernen, dem Kleinen die Zigarettenstummel aus der Hand zu reißen und ihn davon abzuhalten, auf die total vermüllte Grünfläche zu krabbeln. Schade, eigentlich wollte man doch nur eine gemütliche Familienzeit verbringen. Müll auf Spielplätzen ist aber offenbar kein spezielles Problem des Wedding. Auch im Prenzlauer Berg oder Schöneberg scheint es Schmutzfinken zu geben.

Wir wünschen uns saubere Spielplätze

Wer räumt den Müll der Bader weg? - Foto: Andrei Schnell
Foto: Andrei Schnell

Warum werfen Erwachsene ihre Abfälle nicht in die dafür vorgesehenen und reichlich aufgestellten Behälter? Dass Kinder dafür noch keinen Sinn haben, kann man nachvollziehen. Hier müssen die Eltern Vorbild sein! Bei diesen Mit(Müll)bürgern kann es doch zuhause nicht auch so aussehen, oder? Wir wünschen uns für unsere Kinder, egal ob im Wedding oder anderswo, saubere Spielplätze. Es kann doch nicht sein, dass man erstmal zum Tatortreiniger werden muss, bevor man seine Kinder unbesorgt auf dem Spielplatz toben lassen kann!

Was man tun kann

Was kann man tun? Der Ruf nach mehr Präsenz von Mitarbeitern des Ordnungsamtes wäre zu einfach, bekämpft nur kurzzeitig die Symptome und wäre nicht nachhaltig. Verantwortung, Rücksicht und Vorbild sein führen wahrscheinlich eher zu einer Lösung. Vielleicht hilft ein bisschen Umsicht, die „Täter“ zu ertappen und sie einfach mal anzusprechen.
Einfach mal genau hinschauen und den Mit(Müll)bürger freundlich ansprechen, wenn er vor unserer Nase seinen Abfall einfach auf den Boden wirft: „Entschuldigen Sie bitte, aber ich möchte nicht, dass mein Leo in Ihrem Müll spielen muss!“

Beitrag eingesandt von Katja und Björn

Auf ihrer eigens eingerichteten Facebookseite „Leo spielt nicht gern im Müll“ gibt es Bilder zu dem Thema.

 

5 comments

  1. himmelbeet

    Genau dieses Problem möchten wir angehen: In einem vom QM geförderten Projekt möchten wir gemeinsam mit den NutzerInnen – egal ob klein oder groß – ein Konzept entwickeln, wie die Spielplätze in Zukunft sauberer und kindertauglich gehalten werden können. Wir freuen uns über Ideen, Anregungen oder Wünsche. Gerne an muellfreispielen@himmelbeet.de oder auf unserer Projektwerkstatt „Sauberkeit auf Spielplätzen“ am 28.November um 10.30 Uhr. Bei gemeinsamen Frühstück möchten wir die Situation auf den Spielplätzen diskutieren und das Model von Spielplatzpatenschaften vorstellen.
    Mitmachen lohnt sich!
    https://www.facebook.com/events/535748019909555/

  2. Klara Bell

    Teils werden öffentliche Flächen oder Einrichtungen aus Unerzogenheit, Aggression oder Armut verschmutzt. Es ist sicher ehrenwert, sich für Sauberkeit einzusetzen, aber eigentlich müsste – wie meist – Ursachenbehandlung betrieben werden

    • Jupp

      Seinen Müll einfach an die Strasse zu räumen ist absolut asoziales Verhalten, welches man nicht mit Ursachenbehandlung bekämpfen kann, sondern ausschließlich durch drakonische Strafen.
      Alle Mitbürger zahlen für die Dreckschweine, die sich wg. ihres Mülls einen „schlanken Fuß“ machen. Diese sind zu faul oder nicht willens, die Dinge zur Deponie zu bringen/abholen zu lassen, obwohl es entsprechende Angebote gibt.
      Alle sollten sich berufen fühlen, entsprechende wilde Müllansammlungen zur Anzeige zu bringen – insbesondere, wenn man den Verursacher auch noch sieht.
      Armut ist kein Grund, sich in seinen eigenen Siff reinzusetzen – auch früher, als Armut im Wedding noch ein weitaus größeres Thema war, wollte keiner die Müllberge vor seiner Haustür/auf dem Bürgersteig haben.
      Und wieso fördert „Aggression“ die Verschmutzung der Strassen mit alten Lampen, Sofas, Klos, Regalen etc? Hier ist schon fast kriminelle Energie am Werk!

  3. Jupp

    „Der Wedding ist dreckig. Dieser Ruf eilt ihm voraus.“

    STIMMT !!!

    Bin gestern abend durch die Kiautschoustr. gelaufen! Was sich da auf den Bürgersteigen ansammelt, ist eine riesengroße Schweinerei – verursacht durch die asozialen Anlieger, die hirnlos sämtlichen Müll/Hausrat rausräumen und hoffen, dass es schon irgendwer erledigen wird…

    Ich könnte kotzen, wenn ich weiß, dass in meiner Nachbarschaft derartige Dreckschweine leben….

Wichtige Ergänzung? Konstruktiver Kommentar? Gerne: