„Lost Place“: Treffpunkt für Geo-Cacher

Foto: Lost Place
Foto: Lost Place

Ausgerüstet mit GPS-Geräten gehen Geocacher auf der ganzen Welt täglich auf Schatzsuche. Tausende von ihnen leben in Berlin und Umgebung. Jetzt gibt es mit „Lost Place“ endlich einen Ort, an dem sie sich mit Zubehör eindecken, austauschen oder bei Musik und frisch gebackenem Kuchen entspannen können. Und natürlich sind auch „Muggel“ eingeladen…

52°32.450 E 013° 20.895 – damit kannst du nichts anfangen? Du Muggel! Wer in dieser Kombination aus Buchstaben und Zahlen sofort GPS-Koordinaten erkennt, hat sich vielleicht schonmal im geocachen versucht. Das ist eine Art Schatzsuche, die weltweit Menschen mittels GPS-Koordinaten zu mehr oder weniger verborgenen Orten führt. Dort sind an den unmöglichsten Stellen sogenannte „Cachs“ versteckt: kleine Dosen oder sonstige Behältnisse, für deren Fund man mit Log-Büchern, manchmal auch mit Gaben wie Bonbons oder eigens geprägten Münzen belohnt wird. Solche Besonderheiten packt der Finder wiederum in andere Cachs und schickt sie so auf eine Reise um die Welt. Wer an den mehr als 16.000 Verstecken in Berlin und Brandenburg tagtäglich vorbeigeht und keinen Sinn für die Welt des Geocaching hat, gilt als „Muggel“. Vor ihnen muss die Cach-Community ihr Treiben in den Wäldern, an verlassenen Gebäuden oder mitten auf dem Alexanderplatz auf jeden Fall geheimhalten.

Geheime Orte, Enten mit kuriosem Inhalt und Kuchen voller Liebe

Neuerdings sind Mitglieder der Cach-Community im Wedding besonders gut aufgehoben. Im November hat Janine Draht dort ihren Laden Lost Place eröffnet. Sie selbst ist schon lange begeisterte Geocacherin. Noch vor zwei Jahren hat sie in einer Unternehmensberatung gearbeitet und sich in ihrer Freizeit auf Schatzsuche begeben. Bei einem Treffen für Gleichgesinnte kam ihr dann die Idee zum eigenen Shop: „Ich fand es toll, all das anzufassen und in der Hand zu haben, das man zum Cachen braucht und das man sonst nur im Internet bestellen kann“, erinnert sich Janine. Dazu zählen nicht nur das unvermeidliche GPS-Gerät, eine Teleskopleiter oder Sammelmünzen, die Cach-Experten und -Neulinge im Wedding übrigens auch leihen können. Besonders stolz ist Janine auf die vielen Cachverstecke, die sie im Laden anbietet. Viele von ihnen hat sie mit Freunden selbst entwickelt und gebaut. Das können Wasserhähne mit Schraubverschluss sein, Baumscheiben zum Öffnen oder Dekovögel, in denen ein Cach versteckt ist und die es in Janines Shop exklusiv zu kaufen gibt. Etwas Besonderes ist außerdem die Atmosphäre im Laden.

Denn hier versorgt Janine Draht ihre Mitstreiter auch mit leckeren Getränken und Snacks, organisiert Konzerte oder Rätselabende und hat damit ein ganz eigenes Konzept erschaffen. Denn die Vernetzung spielt in der Szene eine große Rolle – viele Cacher kennen sich untereinander und Janine findet es schön, sie in ihrem neuen Laden zusammenzubringen. Die Burger, Sandwiches oder Kuchen, die sie anbietet, sind alle von Hand und mit viel Liebe gemacht. Darum lockt „Lost Place“ auch viele sogenannte Muggel an: „Es kommen auch viele aus der Nachbarschaft“, erzählt uns die Chefin, „schon wenn sie riechen, dass es gerade wieder einen frischen Kuchen gibt.“ Bei so einem netten Insider-Treff wird es sicher bald noch mehr Berliner geben, die in ihrer Freizeit verlorene Orte erkunden.

Autor: Julia Wernicke, Foto: Lost Place

Der Beitrag ist zuerst bei unserem Kooperationspartner QIEZ.de erschienen.

Lost Place Geocaching Shop und Café

Fehmarner Straße 2
13353 Berlin

 

 

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