Auf Linie: Der 65er, eine ganz besondere Linie…

Busse im WeddingAusgerechnet die Nummer 65, die ehemalige Postbezirksnummer des Wedding und inoffizieller „Code“ für unseren früheren Bezirk, wurde auch für eine Buslinie vergeben, die den Wedding über die Stadtautobahn A 100 mit Neukölln verband. Mit diesem West-Berliner Kuriosum, das mit der Eröffnung der Ringbahn 1993 wieder wegfiel, beginnen wir eine neue Serie über Buslinien im Wedding.

Diese besondere Linie hat ihren Ursprung in der Zeit, als die BVG durch parallel zur S-Bahn verlaufende Autobuslinien mit der politisch ungeliebten DDR-Reichsbahn konkurrierte.Die Linie A65 wurde 1958 ab Kurt-Schumacher-Platz eingerichtet. Ab 1. Mai 1971 verlegte die BVG den Anfangs- bzw. Endpunkt an den U-Bahnhof Seestraße, von wo die Busse zum Jakob-Kaiser-Platz und weiter Richtung Wilmersdorf geführt wurden. Ab Sommer 1973 war auch das Autobahnteilstück zwischen der Seestraße und dem Jakob-Kaiser-Platz fertiggestellt. Wer 1980 vom U-Bhf. Seestraße bis Neukölln, Schulenburgpark mit dem 65er fuhr, brauchte dafür eine knappe Stunde.

Ab 1979 wurde die Linie zunächst zwischen Hohenzollerndamm und Wexstraße von der Autobahn genommen, ab 1985 aufgrund von Sanierungsarbeiten auf der Autobahn bereits ab Halenseestraße über die parallel verlaufenden Straßen gezogen. 1986 folgte die Abfahrt bereits an der Autobahnabfahrt Kaiserdamm, begründet war dieses ebenso mit Straßenbauarbeiten auf der Autobahn. Auch nach Beendigung der Bauarbeiten 1986 auf der Stadtautobahn verblieb die Linie 65 zwischen Knobelsdorffstraße (Abfahrt Kaiserdamm) und Wexstraße (eine Abfahrt vor dem Innsbrucker Platz) auf den Stadtstraßen. Am 2.6.1991 wurden die Buslinien in ein dreistelliges Nummernsystem für den gesamten Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) eingeteilt, die alte Linie 65 erhielt nun die Nummer 105.¹ Als die Ringbahn (zunächst nur der Südring bis Westend) 1993 eröffnet wurde, wurde die ganze Linie eingestellt.

Noch heute existieren aber noch Spuren der Linie, nämlich kleine Ausbuchtungen mit dazugehörigen Treppenhäusern, z.B. östlich des Jakob-Kaiser-Platzes auf der A 100 Richtung Seestraße. Die Besonderheit dieser „Autobahn-Linie“ war nämlich, dass es aufwändig gestaltete überdachte Haltebuchten am Rand der Autobahn gab. Und eine einzige, einfacher gestaltete Haltestelle ist auch heute noch in Betrieb, die Haltestelle „Hinckeldeybrücke“ an der A 111 (Linien M 21 und 128)…

¹ Quelle: Berliner Verkehrsseiten

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