Essbarer Kiez: Der Panke-Tisch ist reich gedeckt!

Der kleine aber feine Fluss Panke, der ca. 3,3 Kilometer durch den Gesundbrunnen fließt, hat viele schöne Stellen und einen hohen (Nah-) Erholungswert. Das ist den meisten Weddingweiser-Lesern bekannt. Dass sein Ufergrün aber auch kulinarisch einiges zu bieten hat, ist eine Seite, die sich noch nicht so weit herumgesprochen hat.

Gott sei Dank gibt es da so liebenswürdige und belesene Menschen wie Sara Meiers, die in regelmäßigen Führungen für viele Aha-Erlebnisse bei dem eher lebensmitteldiscountergeprägten Großstadtmenschen sorgt. Letzten Samstag konnten knapp ein Dutzend Menschen, von der Rentnerin bis zur Grundschülerin, diese Erlebnisse teilen.

Giersch(C)Jens Schnauber
So viel Giersch an der Panke!

Direkt an der Pankebrücke der Osloer Straße zeigte Frau Meiers auf eine grüne Böschung und erklärte, das ist der leckere, gesunde und vielseitig einsetzbare Giersch, pflückte ein paar Büschel und gab sie den teilweise recht verdutzten Teilnehmern zum Essen. Und in der Tat war er mit seinem petersilienartigen Geschmack überaus genießbar. „Er ist besonders gut gegen Gicht und schmoren kann man ihn auch“ erklärte Frau Meiers dieses unscheinbare Kraut.

„Gut ist hier auch die Lage am Hang – weil da die Hunde ungern hingehen“ gab uns Frau Meiers als nächstes mit auf dem Weg. Ein Hinweis, den jeder werdende Kräuterfreund unbedingt beherzigen sollte. Dieses delikate Problem hat das nächste Grün nicht. Die Blüten des Spitzahorns wachsen nämlich auf Bäumen. Sie überrascht mit einem süßlichen Geschmack und gibt auch optisch was her.

So gingen die Erläuterungen am lebenden bzw. blühenden Objekt weiter und so konnten die Naturfreude beispielsweise lernen, dass Brennnesseln nicht nur als Tee genießbar sind, sondern ganz hervorragend zu Mozzarella mit Tomaten und Olivenöl schmecken. Allerdings sollte man ihn vorher zwischen Papier oder Tücher legen und mit einem Nudelholz durchwalken, um der unangenehmen Wirkung der Nesselhaare zu entgehen.

Spitzahornpfluecken(C)Jens Schnauber
Spitzahorn schmeckt süßlich

Abschließender Höhepunkt des Kräutersparziergangs war der Prinzengarten in der Prinzenallee,  ein Hinterhof unweit der Stephanuskirche. Hier hat Sara Meiers ein paar Beete angelegt und Pflanzen, die entlang der Panke zu sehen waren, bereits schmackhaft zubereitet.

Insgesamt waren alle Teilnehmer davon angetan, was die Natur entlang der Panke für den Magen und die Gesundheit alles zu bieten hat. Gerade im Frühjahr ist der Panke-Tisch reich gedeckt.

Die vom Quartiersmanagement Soldiner Straße im Rahmen des Projekts „Essbarer Kiez“ geförderte Kräuterspaziergänge in den Pankepromenaden finden einmal im Monat statt und sind kostenlos. Die nächsten Termine und viele weitere Infos, wie beispielsweise Rezepte, sind auf der Homepage von Sarah Meiers (“Küche der sieben Tugenden”) nachzulesen.

Nächster Termin am 24. August 2014, Treffpunkt Panke-Brücke an der Soldiner Straße, 16.00 Uhr!

Autor/Fotos: Jens Schnauber

Bericht über Sara Meiers

Bericht über einen früheren Kräuterspaziergang

 

2 comments

Wichtige Ergänzung? Konstruktiver Kommentar? Gerne: