Restaurant Day: Chefkoch für einen Tag

Im Wedding leben so viele Kulturen miteinander – und oft auch nebeneinander her. Hand auf’s Herz: wie viele Deutsche haben schließlich schon einmal einen türkischen Kulturverein von innen gesehen? Und welche arabische Großfamilie hat jemals in der Ur-Berliner Kneipe an der Ecke gefeiert?

Originelle Verkaufsform (C) Patrick Neumann
Originelle Verkaufsform

Da kommt eine Idee aus Helsinki gerade recht, die einander fremde Nachbarn zusammenführen könnte: der Restaurant Day. Bislang gab es über 7.000 “Ein-Tages-Restaurants”, in denen etwa 28.000 Hobby-Gastronomen über eine halbe Million Gäste bewirteten.Weltweit findet der Restaurant Day viermal pro Jahr statt, das nächste Mal am Samstag, den 17. Mai.

Jeder kann ein Restaurant für einen Tag eröffnen – und der Restaurantbegriff ist hier sehr weit gefasst. Da kann die Wohnung in einen Gastraum umfunktioniert werden – oder die fleißigen Köche verkaufen ihre Ware vom Balkon herunter. „So was passt auch zum Wedding“, findet Patrick Neumann. „Wo in noblen Vierteln Alarmanlagen anspringen, wenn man dem Nachbarn zu nahe kommt, kann ich mir gut vorstellen, dass gerade im Wedding die Menschen und Kulturen über das gemeinsame Essen und Trinken zusammenfinden“, sagt der 36-jährige Kommunikationsfachmann, der in Deutschland für den Aktionstag wirbt. Ihn selbst hat es aus dem Ruhrgebiet nach Kreuzberg verschlagen. Die Herkunft aus dem „Pott“ passt aus seiner Sicht zu den wirklich coolen Kiezen Berlins wie zum Beispiel dem Wedding, wo sich auch Patrick Neumann ein gutes Leben vorstellen könnte.

Was Sie schon immer mal für Fremde kochen wollten

(C) Patrick Neumann
Der Quiche-Laden

Beim letzten Restaurant-Day im Februar hat auch Sarah aus der Eulerstraße in Gesundbrunnen teilgenommen. Ihre vegetarische Quiche-Kreation stand im Mittelpunkt ihres persönlichen Mini-Restaurants: „Rote Beete-Anis-Scamorza trifft auf Kale-karamelliserte Zwiebeln-Pilze“, schrieb Sarah auf die Einladung per Facebook. Nur am frühen Abend öffnete der Quiche-Laden – schließlich kann jeder „Restaurantbetreiber“ selbst entscheiden, wie der eigene Beitrag zum Restaurant Day aussehen soll. Übrigens lässt Sarah ihre Gäste auch an allen anderen Tagen des Jahres an ihren Experimenten in der kreativen Gewürzküche teilhaben – mit einer thematischen Website namens „Epicée“.

Slow Food, voller Genuss

„Das Internet als Werkzeug, um im richtigen Leben etwas zu verändern, finde ich reizvoll“, sagt der begeisterungsfähige Patrick Neumann. Der Aktionstag wird ganz unbürokratisch durch einen Eintrag auf der Website organisiert. Selbst greift Patrick Neumann übrigens auch schon mal zum Kochlöffel, und das laut Aussage seiner Freunde auch ganz passabel. „Bei einem Restaurant Day habe ich selbst etwas angeboten“, erzählt er, „wir haben einfach Omas Rezepte nachgekocht…“ Hauptsache, es schmeckt und macht Spaß – so könnte man auch das Motto des Restaurant Days zusammenfassen. Neben dem Eintrag auf der Website des „Restaurant Day“ kann man auch auf Old School-Werbemaßnahmen wie Aushänge im Treppenhaus zurückgreifen. Daraus ergeben sich dann schon mal direkte Kontakte im eigenen Mehrfamilienhaus. Eine schöne Idee, um einander fremde Weddinger aller Kulturen näherzubringen!

Für den nächsten Restaurant Day am 17. August kann man sich hier registrieren. 

Weddinger Teilnehmer können ihre Erfahrungen auch bei uns teilen, einfach eine Mail an redaktion@weddingweiser.de schreiben!

Fotos: restaurantday.org/Patrick Neumann

4 comments

  1. Pingback: Bücher, Essen, Musik und Kunst – ein Tag für alle Sinne bei “Echo Bücher” | Weddingweiser
  2. Noga

    Vermutlich ein Tippfehler: auf der Internetseite vom Restaurant Day ist als nächster Termin der 17. Mai angegeben – nicht der 16.

Wichtige Ergänzung? Konstruktiver Kommentar? Gerne: