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Leopoldplatz: Schluss mit Klischees

10. Januar 2014
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NazarethkirchenVor einigen Monaten bin ich in den Wedding gezogen. Ein Bezirk, dem noch immer so manch einer kritisch gegenüber steht. Vor allem der Leopoldplatz hatte ein schlechtes Image in meinem Bekanntenkreis: Problemkiez, Schmuddelkind, Trinkertreff. So kann man sich sicher vorstellen, dass ich eher mit gemischten Gefühlen zu einem Spaziergang durch den Kiez aufgebrochen bin …

Als ich vor mei­nem Auf­bruch Freun­de frag­te, was es hier am und rund um den Leo zu ent­de­cken gäbe, spru­del­te es – wider Erwar­ten – aus den Ur-Ber­li­nern nur so an guten Vor­schlä­gen her­aus. Das über­rasch­te mich. Mit den posi­ti­ven und nega­ti­ven Infor­ma­tio­nen im Gepäck star­te­te ich mei­nen Spa­zier­gang durch das lang­ge­zo­ge­ne und unter­teil­te Are­al zwi­schen Mül­ler- und Max­stra­ße. Die bei­den Naza­reth­kir­chen stan­den noch im trü­ben Grau des Mor­gens. Die angren­zen­den Grün­flä­chen und auch der Markt­platz vor dem Schin­kel­bau waren von einem frü­hen Regen­schau­er noch ganz nass. Nach einem flüch­ti­gen Blick pass­ten die eilig und grob zusam­men­ge­scho­be­nen Müll­ber­ge und die kaput­ten Glas­schei­ben einer Tele­fon­zel­le zu dem nega­ti­ven Bild, was ich mir durch die Erzäh­lun­gen zum Kiez auf­ge­baut hat­te. Auch als mir eini­ge wohl stark ange­trun­ke­ne und sehr lau­te Gestal­ten bei mei­nem Ver­such ein Foto zu machen vor die Lin­se spran­gen, wur­de es zunächst nicht schöner.

“In den Seitenstraßen musst Du suchen!”

Nazarethkirchstraße am Leopoldplatz
Naza­reth­kirch­stra­ße am Leopoldplatz

Auf dem Leo herrsch­te gäh­nen­de Lee­re. Es schien, als hät­te der Regen alle ver­trie­ben. Wo sonst Wochen- und Floh­märk­te statt­fin­den – frei­er Blick auf die Schin­kel­kir­che. Doch als ich mei­ne Schrit­te in die ruhi­ge­ren Sei­ten­stra­ßen lenk­te, der Ver­kehrs­lärm lang­sam abebb­te und auch die ers­ten Son­nen­strah­len über die Häu­ser­dä­cher klet­ter­ten, muss­te ich an mei­ne Ur-Ber­li­ner den­ken. Denn, sie hat­ten Recht. Hier tum­meln sich Tages­ca­fés, Restau­rants und ori­gi­nel­le Läden. Scha­de ist nur, dass die meis­ten um die­se Uhr­zeit noch ihre Roll­lä­den unten hat­ten – gern hät­te ich mei­ne Schrit­te hin­ein anstatt vor­bei gelenkt.

Eine Bar mit dem schräg klin­gen­den Namen Wei­ne & Geflü­gel – Die WG Bar (inzwi­schen zwei Blocks wei­ter­ge­zo­gen) lädt zu den all­seits belieb­ten Tat­ort-Sonn­ta­gen ein. Gleich gegen­über: Spi­ri­tus Mun­di – ein Mix aus Fein­kost­ge­schäft, Café und Geschenk­ar­ti­kel­la­den. Hier kann man neben aus­ge­such­ten Wei­nen und Bio­brot auch Möbel und Kunst kau­fen oder abend­li­chen Lesun­gen lau­schen. Die Mal­plaquet­stra­ße zeigt sich auch in ihrer Bau­wei­se als beson­ders inter­es­sant. Ihre unter­schied­lich aus­ge­rich­te­ten Quer­stra­ßen kni­cken alle in einem ande­ren Win­kel ab und bil­den so drei­ecki­ge Plätze.

Amerikanisches Flair und Handwerk in der Malplaquetstraße

Utrechter Str MalplaquetstrEin paar Meter wei­ter lockt das Lar­go mit ame­ri­ka­ni­schen Lecke­rei­en. Neben­bei schau­te ich durch die Fens­ter des klei­nen Hand­werks­be­trie­bes Katha­ri­nas Gar­di­nen­näh­ser­vice, wo die Inha­be­rin tat­säch­lich noch per Hand und mit Näh­ma­schi­ne Gar­di­nen und Stof­fe umnäht. Und das, wo heut­zu­ta­ge ja bekannt­lich Men­schen durch Maschi­nen ersetzt wer­den. Insi­der flüs­ter­ten mir zu, dass der klei­ne Eis­la­den Pin­go­li­no, (auch in der Mal­plaquet­stra­ße ansäs­sig) der Geheim­tipp wäre, wenn man beson­ders lecke­res, selbst­ge­mach­tes Eis schle­cken will. Alles in allem: Klei­ne Schät­ze gibt es hier zur Genü­ge zu entdecken.

Im Vier­tel haben sich zudem vie­le wohl­tä­ti­ge Ver­ei­ne und Kin­der­ta­ges­stät­ten ange­sie­delt. Hier pas­siert viel Ehren­amt­li­ches. So küm­mern sich bei­spiels­wei­se die För­der­ver­ei­ne LeLe Kiez und auch das Out­reach um die klei­nen und gro­ßen Belan­ge ihrer Mitbürger.

Fontänenfeld LeopoldplatzIn ers­ter Linie ver­bin­det man den Leo mit Pro­ble­men wie Ver­schmut­zung, Alko­ho­lis­mus und Dro­gen­kri­mi­na­li­tät. Auch ich habe mich von den Vor­ur­tei­len beein­flus­sen las­sen. Mei­ner Ansicht nach ist der Kiez aber vor allem eins gewor­den: Eine gut funk­tio­nie­ren­de Mischung aus groß­städ­tisch, leben­dig, Mul­ti­kul­ti und mit kul­tu­rel­lem Aufwind.

Autorin: Susann Praut­sch, QIEZ.de

Der Bei­trag wur­de uns von unse­rem Koope­ra­ti­ons­part­ner qiez.de zur Ver­fü­gung gestellt. 

Link: Unser Por­trät des umge­bau­ten Leopoldplatzes

Gastautor

Als offene Plattform veröffentlichen wir gerne auch Texte, die Gastautorinnen und -autoren für uns verfasst haben.

26 Comments

  1. @Susanne Haun- ich freu mich auch über die Erfol­ge. Aber ich freu mich erst recht über eine dif­fe­ren­zier­te und asge­wo­ge­ne Bericht­erstat­tung. Zur Auf­wer­tung eines Kiezes gehört ben lei­der auch die Ver­drän­gung. Das muss­te und muss ich hier in Kreuz­berg schmerz­haft erle­ben. Des­we­gen emp­fin­de ich die­se Sei­te hier als zu naiv-blauäugig.
    Wenn es aber gar nicht Ziel die­ses Blogs ist bei­de Sei­ten zu zei­gen, son­dern nur die Schö­ne, dann will ich mich nicht wei­ter beschweren.
    Die Links von Moritz zei­gen die­se Sei­te, und Freun­de, die im Wed­ding leben (Afri­ka­ni­sches Vier­tel) lei­den unter der Entwicklung.

    Für kri­ti­sche Stim­men ist das hier nicht der rich­ti­ge Ort.

    • Lie­ber Joa­chim Faust,
      zu Ihren Zeilen:

      Lie­ber Moritz Ber­ger, über die Ver­drän­gung der Künst­ler aus den Gerichts­hö­fen haben wir durch­aus schon berich­tet, und zwar in einem Arti­kel über die Gericht­stra­ße. Was die The­men angeht: wir machen die­sen Blog in unse­rer Frei­zeit neben unse­ren Jobs und dür­fen uns als Pri­vat­per­so­nen doch die The­men her­aus­su­chen, die wir gut fin­den. Es han­delt sich bei die­sem Pro­jekt nicht um ein von einer breit auf­ge­stell­ten Grup­pe getra­ge­nes Nach­rich­ten­por­tal mit gesell­schafts­po­li­ti­scher Ziel­set­zung. Wer eben­falls sei­ne freie Zeit auf­wen­den möch­te, ist herz­lich dazu ein­ge­la­den, selbst tätig zu wer­den und sich nicht bei denen zu beschwe­ren, die etwas tun und damit vie­len aus der See­le sprechen.

      noch ein Kommentar.

      1. Ich habe ledig­lich den Bei­trag von Susann Praut­sch in dem Sin­ne kri­ti­siert, dass ein Spa­zier­gang im Leo­pold­platz­kiez doch wohl nicht eine Ein­schät­zung der tat­säch­li­chen Situa­ti­on wie Sie mei­ner IMHO ent­spricht und ein paar Argu­men­te aufgeführt.

      2. Ähn­li­ches gilt auch für die Kri­tik am Bei­trag von Susan­ne Haun

      3. Auch wenn Sie schrei­ben, dass ihr Blog sich nicht als gesell­schafts­po­li­ti­sches Por­tal ver­steht, zeigt doch ihre Reak­ti­on auf den Fall in der Türkenstr.:
      “Das ist aller­dings krass. Viel­leicht liegt es aber auch an der Nähe zum Schillerpark?”
      dass sie sich gesell­schafts­po­li­ti­schen Fra­ge auch im Wed­ding­wei­ser nicht ver­schlie­ßen. Sie­he auch die Gerichts­hö­fe oder auch die Kün­di­gung einer Bäcke­rei am Leopoldplatz.

      Was mir aller­dings auf­fällt, dass unter den tags die­se Din­ge aus­ge­blen­det wer­den. Daher habe ich ein­mal etwas pro­vo­zie­rend den Aus­druck Schön­wet­ter- Blog verwendet.

      Und:

      Ich wäre nicht so häu­fig auf der Web­sei­te des Wed­ding­wei­sers, wenn ich nicht die Bei­trä­ge zu Kunst, Kul­tur, Kaf­fee und Kuli­na­ria im Wed­ding inter­es­sant finde.

      Die ande­ren Blogs im Wed­ding, bie­ten nicht so ein umfang­rei­ches Infor­ma­ti­ons­por­tal wie der Weddingweiser.

      Und was eben­falls gut fin­de ist, die Tat­sa­che, dass es hier auch mög­lich ist (auf der Kom­men­tar­sei­te) zu dis­ku­tie­ren wo es im Wed­ding noch etwas zu ver­bes­sern gibt.

      Und dass ist lei­der immer noch die schlech­te Arbeits­markt­si­tua­ti­on, die u.U. auch dazu führt, dass sich zukünf­tig eini­ge Ein­woh­ner die Woh­nun­gen hier nicht mehr leis­ten können.

      Ob die Auf­wer­tung eines Stadt­ge­bie­tes immer zu einer Ver­drän­gung füh­ren muß (wie hier ver­ein­zelt ange­führt wird) wäre auch ein­mal zu beleuchten.

      P.S. Und:Ich schrei­be die Kom­men­ta­re auch wie sie, in mei­ner Frei­zeit, neben mei­nem Job!!

  2. Falls jemand noch etwas Taschen­geld hat:
    Im Wed­ding wird der­zeit eine 40 m² Woh­nung für 159.000 Euro angeboten:
    m2 knapp unter 4000 Euro:

    http://www.immobilienscout24.de/Suche/S‑15/Wohnung-Kauf/Umkreissuche/Berlin_2dWedding_20_28Wedding_29/13349
    /223753/2515674/­T_f­cr­ken­stra_d­fe/-/1

    http://www.bluehomes.com/de/PRD9343/ex.asp

    Viel­leicht wird die­ses Jahr die Schall­mau­er von 5000 Euro durchbrochen 🙂

    Soviel zum har­ten und ehr­li­chen Leben im Wedding

  3. Ich bin Urber­li­ne­rin, in der Mal­plaquetstr. 1965 gebo­ren. Ich habe vie­le Höhen und Tie­fen des Wed­dings um den Leo­pold­platz erlebt. Ich freue mich über die Naza­ret­kirch­str., denn sie ist ein Anfang. Ich mag auch die Osram­hö­fe sehr. Aber ich lau­fe auch ger­ne über die Bad­str. Über­all ist Leben im Wed­ding, ein Leben, dass, wenn auch manch­mal hart, für mich viel ehr­li­cher ist als z.B. das Leben in Rei­ni­cken­dorf, wo ich zwi­schen­durch leb­te. Ich fin­de es wich­tig, AUCH über die “schö­nen” Sei­ten des Lebens zu berich­ten. Möch­tet ihr immer nur von den Dra­men des Lebens lesen? Ganz sicher soll­te man sich AUCH dar­über infor­mie­ren, aber ich freue mich auch über die Erfolge!
    LG Susan­ne Haun

    • Lie­be Susan­ne Haun,

      mit Sozi­al­ro­man­tik habe ic h so mei­ne Probleme:

      “Über­all ist Leben im Wed­ding, ein Leben, dass, wenn auch manch­mal hart, für mich viel ehr­li­cher ist”

      Das man über Erfol­ge berich­ten fin­de ich sehr gut, nur ist die­ser Blog auf ” Schön­wet­ter ” im Wed­ding ausgerichtet.
      Dies ist für den­je­ni­gen, der sich über Eis­ca­fes, Kunst und Kaf­fee und Restau­rants infor­mie­ren will prima.

      Das Dra­ma im Wed­ding ist lei­der immer so , dass der Sozial­at­las des Lan­des Ber­lin, die­sen Kiez als den ärms­ten in Ber­lin ausweist.

      Und da hat sich trotz der Ver­bes­se­rung des Leo­pold­plat­zes nichts verändert:
      http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/basisdaten_stadtentwicklung/monitoring/de/2011/index.shtml

      Kor­ri­gie­re mich bit­te, wenn ich als Teil­zeit­ber­li­ner im Wed­ding hier falsch liege.

      Wenn ich mir z.B. die­se Kiez-Web­sei­te hier anschaue:

      http://www.moabitonline.de/

      dann stel­le ich hier schnell fest, dass es außer Kunst. Kaf­fe und Restau­rants auch noch tags wie Gen­tri­fi­zie­rung, Stadt­ent­wick­lung, Woh­nen gibt.

      Aber der Wed­ding­wei­ser hat sicher­lich sei­ne Grün­de dafür war­um er die­se The­men nicht im Wed­ding anspricht.

      Gut fin­de ich es, dass es hier im Jahr 2014 ein­mal zur Dis­kus­si­on über Inhal­te kommt, die man viel­leicht auch hier prä­sen­tie­ren könn­te, ohne dass es gleich­zei­tig dra­ma­tisch klin­gen muß.

      Und da Sie Urber­li­ne­rin sind, kön­nen Sie uns Teil­zeit-Wed­din­ger viel­leicht mehr Details über die Miet­ent­wick­lung in der Mal­plaquetstr. geben.

      Was mich noch inter­es­sie­ren wür­de ist was Sie unter einem har­ten Leben verstehen,

      Hartz IV Empfänger

      Eine Arbeits­lo­sig­keit von 14 % ??

      Künst­ler, die zuneh­mend aus dem Wed­ding ver­drängt wer­den, weil die Ate­liers nicht mehr bezahl­bar sind ?

      War­um steht z.B. hier im Wed­ding­wei­ser noch nichts von der Situa­ti­on der Künst­ler in den Gerichts­hö­fen, die sicher­lich bald auch zur Ver­drän­gung füh­ren wird.

      Wenn das Kind in den Brin­nen gefal­len ist, wer­den hier viel­leicht im Schön­wet­ter­blog Kro­ko­dils­trä­nen vergossen 🙂

      Aber wie gesagt, ich per­sön­lich fin­de den Blog nicht schlecht, was Kie­zin­for­ma­tio­nen zu Kunst, Kaf­fee und Restau­rants betrifft.

      Was mehr die har­ten Inhal­te betrifft, gehe lie­ber zu http://www.moabitonline.de/
      .

      • Lie­ber Moritz Ber­ger, über die Ver­drän­gung der Künst­ler aus den Gerichts­hö­fen haben wir durch­aus schon berich­tet, und zwar in einem Arti­kel über die Gericht­stra­ße. Was die The­men angeht: wir machen die­sen Blog in unse­rer Frei­zeit neben unse­ren Jobs und dür­fen uns als Pri­vat­per­so­nen doch die The­men her­aus­su­chen, die wir gut fin­den. Es han­delt sich bei die­sem Pro­jekt nicht um ein von einer breit auf­ge­stell­ten Grup­pe getra­ge­nes Nach­rich­ten­por­tal mit gesell­schafts­po­li­ti­scher Ziel­set­zung. Wer eben­falls sei­ne freie Zeit auf­wen­den möch­te, ist herz­lich dazu ein­ge­la­den, selbst tätig zu wer­den und sich nicht bei denen zu beschwe­ren, die etwas tun und damit vie­len aus der See­le sprechen.

      • Die Ant­wort muss ich auf­tei­len, denn ich habe gera­de sehr viel Arbeit und nicht die Zeit, alles auf ein­mal zu beantworten.

        “Har­tes Leben”? Wie beschrei­be ich es? Wie war der Wed­ding früher?

        Der Wed­ding war ein Arbei­ter­be­zirk. Als ich klein war, haben mein Vater und ich fast täg­lich vom Bal­kon die Demons­tra­tio­nen mit den roten Fah­nen beob­ach­ten kön­nen. Aber mehr Erin­ne­rung habe ich nicht daran.

        Sozia­ler Brenn­punkt, Schlä­ge­rei­en, Pöbe­lei­en. Einer der ers­ten Kin­der­lä­den Ber­lins. Wie­der­auf­bau des Schr­a­der Hau­ses. Hand­werk – Aus­zug des Handwerks. 

        Vom Künst­ler­sein, was arbei­tet ein Künst­ler, was braucht er?

        Hartz IV, Ofen­hei­zung, Aldi und heisst denn Hartz IV über­haupt noch Arbeitslosigkeit?

        Es tut mir leid, ich bin gera­de überfordert. 

        Die­se vie­len The­men kann ich ein­fach nicht struk­tu­riert beantworten.…..

        Aber ich wer­de es immer wie­der ver­su­chen … auch mit mei­ner Kunst .…… nicht immer direkt aber immer authentisch .…

  4. Weil die­ses Blog so auf Schön­wet­ter ein­ge­stellt ist, und weil die kri­ti­schen Stim­men (bei­spiels­wei­se zur Gen­tri­fi­zie­rung, die ja schon voll im Gang ist), nicht so ger­ne gehört wer­den, lese ich hier kaum noch und kommentiere(normalerweise) auch nicht mehr.
    Ich freu mich, wenn im Wed­ding alles gut läuft, aber ich bezweif­le, dass das so ist, wie die­ses Blog es ver­mit­teln möchte.
    In dem Hype um den Wed­ding sehe ich die Gefahr, dass es dort so lau­fen wird, wie hier bei uns in Kreuzberg.
    480 Euro kalt für eine EG-Woh­nung mit 55 qm?
    Da läuft was falsch.

    • so true! kri­tik wird häu­fig gar nicht frei­ge­schal­tet. der blog is ja auch recht offen­sicht­lich ein auf­wer­tungs­in­stru­ment für den wed­ding. das schön­wet­ter­ge­seie­re soll näm­lich vor allem eines – leu­te anlocken.
      wozu? hier herrscht kein mas­si­ver leer­stand. die mie­ten sind (gera­de
      noch) bezahl­bar – die leu­te füh­len sich wohl. also lasst und bit­te in
      ruhe mit dem ver­damm­ten rum­ge­hips­ter und hört auf den bezirk
      tren­dy zu schreiben…

      • Also, auch wenn es viel­leicht nicht in euer Gut/­Bö­se-Sche­ma passt: wir haben hier noch nie einen kri­ti­schen Kom­men­tar gelöscht. Man kann näm­lich durch­aus Kri­tik zulas­sen und trotz­dem ande­rer Mei­nung sein.… 😉

      • wer sind denn “wir”? wel­ches simp­le sche­ma unter­stellst du “uns” denn da?
        “uns” gehts doch gera­de um dif­fe­ren­zie­rung in der dis­kus­si­on contra
        dem all­ge­gen­wär­ti­gen gejub­le auf die­sem blog. nebelkerzen…

        von löschen spre­che ich nicht. in min­des­tens einem fall wur­de ein
        kom­men­tar von mir ein­fach nicht frei­ge­schal­tet. fakt. schön, wenn
        das ne aus­nah­me gewe­sen sein soll­te – den­noch passiert.

      • Also in den gelösch­ten Kom­men­ta­ren habe ich nichts von dir gefun­den, nur SPAMs. Da wir ein offe­nes Pro­jekt sind: wie wäre es denn mal mit einem Gast­bei­trag von dir, in dem eine ande­re Sicht­wei­se dar­ge­stellt wird – das wür­de bestimmt vie­le ande­re auch sehr inter­es­sie­ren.… Ich fän­de das jeden­falls sehr spannend!

      • lei­der kei­ne schreiber_in – wenig zeit und hirn zu klein, bin eher in f2f-kom­mu­ni­ka­ti­on unter­wegs und amsons­ten pöbel und trol­le ich ggf..
        aber wer­de das ange­bot mal weiterleiten.

  5. Ich habe so mei­ne Zwei­fel ob ein kur­zer Spa­zier­gang im Wed­ding um den Leo­pold­platz die tat­säch­li­che Situa­ti­on darstellt.

    Da die Autorin wohl auch in der ehren­amt­li­chen Sze­ne tätig ist, ist sie viel­leicht schon etwas betriebs­blind, wenn sie die Aus­sa­ge macht:
    “Im Vier­tel haben sich zudem vie­le wohl­tä­ti­ge Ver­ei­ne und Kin­der­ta­ges­stät­ten ange­sie­delt. Hier pas­siert viel Ehren­amt­li­ches. So küm­mern sich bei­spiels­wei­se die För­der­ver­ei­ne LeLe Kiez und auch das Out­reach um die klei­nen und gro­ßen Belan­ge ihrer Mitbürger”

    Mir fällt im Wed­ding als Nicht-Wed­din­ger und nur Teil­zeit-Ber­li­ner auf, dass hier im Ver­gleich zu ande­ren Städ­ten in jedem 3. Laden irgend­ein Ver­ein sitzt, der sich mit den sozia­len Belan­gen der Wed­din­ger beschäftigt. 

    Dies ist doch sicher­lich ein Indi­ka­tor dafür, dass im Wed­ding vie­le Din­ge nicht in Ord­nung sind.

    Da ver­traue ich nicht so sehr eine Spa­zier­gän­ge­rin im Leo­pold­platz­vier­tel, die jetzt noch son­dern eher dem Sozial­at­las des Lan­des Ber­lin, der noch von kei­ner Ver­bes­se­rung der sozia­len Situa­ti­on ausgeht.

    Aber die­se Dis­kus­si­on wird hier nicht im Blog geführt. Man hat es eher mit dem The­ma ” Langeweile ” ..

    Und dar­un­ter fällt auch die Dis­kus­si­on mit dem schwar­zen Bun­ker in der Mül­lerstr. Ein wenig wird gemo­sert und dann ver­fällt man in Lethargie:
    Man kann ja sowie­so nichts ändern.

    Und was die Nega­tiv­schlag­zei­len betrifft, wenn jetzt Lan­ge­wei­le über­setzt eine Vogel Strauß Poli­tik ange­sagt ist, dann ist viel­leicht not­wen­dig wie auch inhttp://www.yelp.de/biz/ital-eis-eiscaf%C3%A9-silvio-dal-col-berlin-2Hamburg die Klo­bürs­ten herauszuholen:
    http://assets.vice.com/content-images/contentimage/130798/Bdfnp3cCQAAFLUD.jpg

    Ich kann mich auch Erik und Maik anschlie­ßen, die hin­ter die Fas­sa­de des Wed­dings schau­en, und knall­har­ten Fak­ten, was die Miet­si­tua­ti­on hier im Wed­ding betrifft, hier veröffentlichen.

    Aber die­ser Blog ist eben auf Schön­wet­ter eingestellt:

    Und das ist gut so 🙂
    Dann weiß ich wenigs­tens beim nächs­ten Mal dass ich im Früh­ling neben dem http://eiscafekibo.wordpress.com/ , dem http://www.yelp.de/biz/ital-eis-eiscaf%C3%A9-silvio-dal-col-berlin‑2 auch das http://www.yelp.de/biz/pingolino-eis-berlin besu­chen werde

  6. Der Kiez ist aber vor allem eins gewor­den: Teurer.

    In der Tür­ken­stra­ße konn­te man vor kur­zem eine Woh­nung im EG zur Stra­ße mie­ten. 55 qm für 480 € kalt. Wo sind wir denn hier gelan­det?! Weg­ge­gan­gen ist sie wohl trotzdem.

  7. Euer Blog wird zuneh­mend lang­wei­li­ger. Und die­ser Gast­bei­trag ist ein Paradebeispiel. 

    Das Kli­schee vom Leo wird schon ewigst nicht mehr bedient, genau­so auch der Zoo oder Kotti. 

    Ich war­te noch 3 Jah­re, dann schreibt ihr sicher über Gen****** und zu hohe Mie­ten, kein Wunder.

      • Joa­chim

        Ob das gut oder schlecht ist will ich nicht beurteilen.
        Ich moch­te und mag auch die Ran­zig­keit vom Wedding. 

        Cle­an­ness hab ich mitt­ler­wei­le über­alll anders, egal ob FHain, XBerg oder PBerg. 

        Ich woll­te mit der Aus­sa­ge auch eher Rich­tig­keit des Bei­trags hin­ter­fra­gen – und dar­auf auf­merk­sam machen dass dies kein guter Jour­na­lis­mus ist. Vor allem nicht wenn Prot­ago­nis­ten zuge­zo­gen sind, und daher auch nicht wirk­lich die Situa­ti­on beschrei­ben können. 

        Zusätz­lich fin­de ich halt die letz­ten Ent­wick­lun­gen hier nicht mehr so toll – die Koope­ra­tio­nen und bezahl­te Bei­trä­ge mögen aus eurer Sicht logisch erschei­nen – aller­dings sinkt für mich dadurch die Rele­vanz der Inhal­te hier – und wird nur noch Mainstream. 

        Und ich war­te nur auf den ers­ten _wirklich_ rele­van­ten Bericht des Wan­dels. Ich fin­de hier kann man sehr gut den Spren­gel­kiez und Spren­gelstra­ße nehmen. 

        @Lichtwege:
        Genau da ist auch »Holz-Montesso­ri-Bio-Soja-Lat­te-Mac­chia­to<> Wem der Wed­ding nicht passt, oder zu teu­er wird: Ver­sucht es doch in einem ande­ren Bezirk billiger.

        Super Argu­men­ta­ti­on.
        Ich möch­te dass der Wed­ding noch ein Stück güns­tig und kie­zig bleibt – und der Wan­del des Blogs bspw. trägt nicht dazu bei. 

        Vll. noch ein klei­ner Tipp: Zieh doch wie­der nach PBerg, da ist es jetzt schön sau­ber, sty­lisch – und Hun­de­ka­cke und Dro­gen­dea­ler gibt es auch nicht.

    • Ich kapier nicht, was hier geme­ckert wird!
      Wem der Wed­ding nicht passt, oder zu teu­er wird: Ver­sucht es doch in einem ande­ren Bezirk billiger.
      Wem der Blog zu lang­wei­lig ist: Lies etwas interesssantes.

      Es ist immer wie­der erfri­schend zu lesen, dass Men­schen bibel­di­cke Bücher ver­fas­sen über etwas, das sie lang­wei­lig fin­den, oder sie gar nicht betrifft, weil sie ganz woan­ders wohnen.

      Kann es nicht sein, dass den Blog­gern hier der Wed­ding schlicht­weg GEFÄLLT und sie DESHALB posi­ti­ve Berich­te schreiben?
      Kann es nicht sein, dass es Men­schen gibt, die hier GERNE woh­nen, denen die kul­tu­rel­le Viel­falt gefällt, die ihren Kiez GERNE unter­stüt­zen und sich Ver­ei­nen anschlie­ßen, um ihre Wohn­ge­gend schö­ner zu machen?

      Ich lebe auch im Wed­ding und ich lie­be es hier – und ich habe in den 90zigern im Fried­richs­hain und dann im Prenz­lau­er Berg gewohnt. Dann bin ich 2004 in den Wed­ding gezo­gen, weil nur noch Holz-Montesso­ri-Bio-Soja-Lat­te-Mac­chia­to für mich ein­fach zu viel war.
      Ich genie­ße heu­te den Wan­del im Wed­ding, ich genie­ße es, wenn die Stra­ßen sau­be­rer wer­den, wenn Hun­de­be­sit­zer die Häuf­chen ent­fer­nen und wenn die Lebens­qua­li­tät all­ge­mein steigt.

      Dau­men hoch, Weddingweiser!

    • @erik: Dan­ke für die Erläu­te­run­gen, aber nur eine wich­ti­ge Klar­stel­lung zum Pas­sus “die Koope­ra­tio­nen und bezahl­te Bei­trä­ge mögen aus eurer Sicht logisch erschei­nen” – wir haben noch nie Geld für einen Bei­trag erhal­ten, son­dern arbei­ten rein aus unse­rer per­sön­li­chen Über­zeu­gung her­aus. Das ein­zi­ge Mal, als uns Geld ange­bo­ten wur­de http://weddingweiser.wordpress.com/2013/12/05/wie-wir-fast-unsere-seele-verkauften/ , haben wir die­ses Geld einem sozia­len Pro­jekt zugu­te­kom­men las­sen. Mit Main­stream habe ich übri­gens gar kein Pro­blem, solan­ge ich dahin­ter ste­hen kann. Mein Maß­stab ist eben, was ich selbst gern lesen möch­te. Und noch etwas: Aus­ge­wo­ge­ne Arti­kel über Gen­tri­fi­zie­rung erfor­dern lei­der so viel Recher­che, dass zumin­dest ich das gar nicht leis­ten könn­te, selbst wenn ich es wollte.…

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