Himmelbeet: Ansteckendes Grün

Das Projekt eines Gemeinschaftsgartens hat am 16. Juni mitten im Wedding, gegenüber des Leopoldplatzes an der Schulstr. / Ecke Ruheplatzstraße eröffnet. Da dieser Standort anfangs nicht für das Himmelbeet vorgesehen war, mussten sich die Macher ganz neu ausrichten – und entdecken jetzt die großen Vorteile…

Himmelbeet Hannah Lisa Linsmaier„Etwas, was an dieser Ecke so typisch ist, sind die vielen Leute, die uns nebenbei finden und ganz überrascht sind“, erzählt Hannah Lisa Linsmaier. So hat das Himmelbeet an seinem Standort plötzlich so etwas wie Laufkundschaft. Kein Wunder, denn diese Stelle direkt gegenüber des langgezogenen Leopoldplatzes, quasi im Schatten des Turms der Neuen Nazarethkirche, ist mitten im Herz des Wedding angesiedelt. „Wir sind dem Mitarbeitern des Schulamts sehr dankbar, dass sie uns so schnell diese Brache zur Verfügung gestellt haben“, sagt die Projektverantwortliche. Ursprünglich sollte das ambitionierte Urban Gardening-Projekt nämlich auf dem leerstehenden Parkdeck des Schillerpark-Centers realisiert werden – mit der Supermarktkette real als Sponsor. Doch eine Baugenehmigung liegt für diesen ungewöhnlichen Ort noch nicht vor, genauso wenig wie der Brandschutz für den Dachgarten geklärt ist. So kommt es, dass das triste Dach des Centers nun also erst einmal grau bleibt.

Der richtige Standort

HimmelbeetDoch was für ein Gewinn für den viel zentraler gelegenen Leopoldplatz! 300 Beete haben die frühere Eislauffläche, die lange Jahre als Sportplatz genutzt wurde, in ein grünes Paradies verwandelt. Gut die Hälfte der Hochbeete sind sogenannte Pachtbeete, die so beliebt sind, dass es für sie bereits eine Warteliste gibt. Hier können Weddingerinnen und Weddinger, fachlich begleitet und unter den Augen einer interessierten Nachbarschaft, gärtnern und am Ende des Sommers hoffentlich auch eine reiche Ernte einfahren.

Den ganzen Sommer über hat das Himmelbeet auf seinem exponierten Eckgrundstück von 10 bis 18 Uhr geöffnet. In einer auf sypmathische Art zusammengezimmerten Bretterbude gibt es einen Getränke- und Kuchenverkauf – gärtnern oder das Grün genießen macht schließlich durstig und hungrig. Aus aufeinander gestapelten Europaletten wurden außerdem Sitzgelegenheiten und auch eine Art Bühne gefertigt.

Himmelbeet SchildDer Verkauf von Jungpflanzen rundet das urbane Gartenprojekt ab und trägt gleichzeitig zur Finanzierung bei. Gut zwanzig bis dreißig Ehrenamtliche helfen regelmäßig, dass das Himmelbeet gut durch den Sommer kommt. Die Idee des Gärtnerns mitten im Kiez ist so ansteckend, dass das Projekt jetzt schon an seine Grenzen stößt: „Vielleicht können wir auf der Fläche der ehemaligen Seniorenfreizeitstätte an der Schulstraße auch einen Garten entwickeln“, hofft Hannah Lisa Linsmaier. Denn die Fläche an der Ecke Ruheplatzstraße ist bald ausgereizt.

Wer weiß – vielleicht wird aus dem vorerst geplatzten Traum vom Dachgarten ein viel kleinteiligeres, aber mehrere Stellen im Wedding erreichendes Projekt?

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