„a-dding“: Gegen luftleere Räume

„Da, wo ein Laden neu aufmacht, verschwindet oft auch der Leerstand im direkten Umfeld“, erzählen Anke Rommel (,,aroshi„-Shirts mit Berlin-Motiven) und eine Textildesignerin. Die beiden Kreativen vertreiben ihre Produkte über das Internet oder stellen sie in Galerien aus – und besitzen daher keine eigenen Läden. Das dürfte vielen anderen Kollegen auch so gehen. Aus dieser Situation heraus beschlossen die beiden Frauen, die Plattform „a-dding“ zu schaffen. Eine Plattform für Ladenbesitzer und für Selbstständige: ,,Ein Vermieter hat kein Interesse an langem Leerstand einer Gewerbeeinheit“, erklärt Anke Rommel. ,,Künstler oder Gewerbetreibende sollen sich in einem leeren Laden positiv darstellen können, müssen aber nur die Betriebskosten zahlen.“ Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten und auch das direkte Ladenumfeld. Wenn es genügend Interessenten gibt, können sich die beiden ,,a-dding“-Erfinderinnen die unterschiedlichsten Finanzierungsmodelle vorstellen.

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Temporäre Räume für besondere Exponate

Für die Textildesignerih hat die Arbeit an der Plattform noch einen weiteren Vorteil: sie sucht selbst ein Wohnatelier und steht gemeinsam mit Anke Rommel zur Verfügung, um geeignete Räume zwischenzunutzen. So auch im großzügigen Ecklokal Togo-/Kameruner Straße. „Ich stelle meine Arbeiten gewöhnlich nur in Ateliers und Galerien aus“, sagt die 57-jährige Künstlerin. „Eine Verkaufsausstellung in einem leerstehenden Ladenlokal ist eine gute Alternative.“  Hier kann die Textildesignerin ihre farbenfrohen textilen Unikate und Pop-art-Objekte ins rechte Licht rücken. Nach langen Auslandsaufenthalten in Afrika, Asien, Schottland und Kanada bringt sie vielfältige, oft orientalisch anmutende Einflüsse und Eindrücke zurück in den Wedding. Für die bunten Objekte ist der Begriff „Zwischennutzung“ viel zu schade. Im vorderen Bereich des Ladens haben auch die ,,aroshi“-Shirts und Hoodies von Anke Rommel ausreichend Platz gefunden. Dieser auch von außen gut wahrnehmbare, einladend beleuchtete Raum zieht Laufkundschaft, auch vom gegenüber liegenden Bioladen, geradezu an.

Damit neue Ideen nicht an fehlenden Räumen scheitern

Anke Rommel hat a-dding gegründet
Anke Rommel hat a-dding gegründet

„Bei a-dding sollen die Räume so genutzt werden, wie die Nutzer sie vorfinden“, erklärt Anke Rommel. Da trifft es sich gut, dass die a-dding-Betreiberinnen in kreativen Berufen tätig sind, und so ist für die Designerin klar: ,,Rohe Wände könnten wir natürlich auch gerne künstlerisch bearbeiten – aber nur, wenn der Vermieter damit einverstanden ist.“ Denn jeder Ladenbesitzer soll sich bei a-dding entscheiden, wie weit er den Zwischennutzern entgegenkommt, damit daraus vielleicht eine dauerhafte Einrichtung werden kann.

Die leeren Räume ermittelt Anke Rommel übrigens bei ausgedehnten Spaziergängen durch den Wedding oder über das Internet. Egal wie gut die Idee im Kiez funktioniert: die beiden Aktiven möchten sich engagieren, leere Räume zu beleben und als Vermittlerinnen die unterschiedlichsten Menschen treffen.

Ladenbesitzer können Ihre freien Läden sowie Läden, die bald frei werden, auf der Internet-Plattform anbieten. Einzelne Menschen oder Gruppen können sich darstellen und ihre Anfrage nach Räumen veröffentlichen lassen. Den Zeitraum bzw. die Art der Nutzung sprechen Vermieter und Gäste immer direkt untereinander ab. Nutzen Sie die Chance!

Website von a-dding

Website aroshi T-Shirts

Update März 2015:
Die Plattform a-dding.de wird mit Ablauf des Monats März 2015 leider eingestellt. Laut Anke Rommel ließen sich zu wenig Vermieter und Eigentümer im Wedding für ihre Idee der Zwischennnutzung überzeugen – sie zogen den unrentableren Leerstand vor. Wirklich schade, wie wir finden.
 

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